Dienstag, 22. Juni 2010

Griechische Traditionen - Hochzeit in Griechenland

In Griechenland gibt es von Gegend zu Gegend unterschiedliche Traditionen bei Verlobungen und Hochzeiten. Griechenland holt zwar in den Scheidungen auf hat aber immer noch eine der niedrigsten Trennungsraten Europas.
Also wird wortwörtlich ein Bund fürs Leben eingegangen.

Griechische Hochzeitswoche

Hochzeiten wurden vorwiegend für den Sommer geplant allein schon wegen der hohen Wahrscheinlichkeit das es nicht regnet. Außerdem sind die Gäste oft zu Fuß oder dem Esel aus entfernten Dörfern angereist.

Die Gäste wurden einige Zeit vorher meistens durch Geschwister oder sonstige Jugendliche Verwandte persönlich eingeladen, mit Übergabe von Süßigkeiten meistens Loukoumi (in neueren Jahren Bonbons).

Der Bräutigam (Gambrós) kam ziemlich locker um die Woche rum. Er half bei den allgemeinen Vorbereitungen für die Hochzeit, das Hochzeitsfest und die Betreuung der Gäste die angereist waren.

Für die Braut (Nífi) und Ihre Familie jedoch war es eine anstrengende Woche:

Montag und Dienstag: Allgemeine Vorbereitungen

Mittwoch: Die Prika an Wäsche und Geschirr die über die Jahre von den Eltern angesammelt und von der Braut mit Handarbeit hergestellt war, wird ausgeräumt, gelüftet und auf den Jiko gestapelt. Jikos ist eine Truhe oder flacher Schrank, in den das Geschirr und die feinen Handarbeiten kommen, (Hekelleien, Stickereien usw.).
Verwandte und Freunde kommen den ganzen Tag lang und bringen weitere Geschenke. Alle werden mit Getränken und Süßem empfangen. Das zieht sich bis spät in die Nacht.

Donnerstag: Freunde und Verwandte des Bräutigams kommen (ohne ihn) um die Prika abzuholen. Alle werden von verwandten der Braut empfangen, es gibt Getränke und Süßes. Während die Schwiegerväter letzte Einzelheiten besprechen, gehen die Leute des Bräutigams ins Haus um die Prika zu holen. Vor dem Jikos sitzt ein Junge aus der Familie der Braut und sagt das er die Sachen nicht herausgibt bevor nicht gezahlt wird. Es fängt ein heiterer Handel an und wenn der kleine Hartnäckig ist, kommt er mit einem guten Batzen Geld für die Familie weg.
Während die Prika rausgetragen wird ist es Sitte, dass die Leute des Bräutigams versuchen einen weiteren Gegenstand zu stehlen. Die Familie der Braut passt auf und klopft jedem ertappten auf die Hände. So entseht ein Riesengelächter. Oft bekommen sie nicht mit was weg ist und erfahren es erst von der Braut nach der Hochzeit.

Zuhause angekommen wird der Jikos von den Frauen wieder aufgebaut. Auf das Hochzeitsbett werden Münzen geworfen und ein kleiner Junge wendet sich auf ihm.
Das soll Reichtum, Glück und Fruchtbarkeit bringen.

Freitag und Samstag: Vorbereitungen für das Fest der Braut. Samstag abends versammeln sich alle Gäste der Braut am Festplatz (früher meistens der Hof, ein großes Zelt, heute hochmoderne Säle mit Klimaanlage und sonstigem Komfort).
Beim Händeschütteln bekommt das Familienoberhaupt der Braut, unauffällig einen gefalteten Umschlag mit einer Geldgabe. Dies ist heute noch üblich, um die hohen Kosten der Hochzeit zu unterstützen. (Sachgeschenke werden Mittwochs nur von engen Freunden und Verwandten gegeben).
Es gibt reichlich Vorspeisen und die Kellner haben die Order ständig für ausreichend Nachschub zu sorgen.
Wenn die meisten der Gäste gekommen sind, fängt die Folklorekapelle mit Musik und Gesang an und das geht bis in die Morgenstunden.
Es werden in Epirus, Zentralgriechenland und Peloponnes hauptsächlich Ipirotika gespielt, Epirotische Folkloremusik mit Hauptinstrument das Klarino, die Klarinette.
Entsprechend spielt man in Makedonien meist "Pontiaka" , auf Kreta kretische "Mandinades"
und auf den Inseln "Nissiotika" Inselmusik usw.


Sonntag: Früh morgens schon wird die Braut gekleidet und geschminkt. Sie steht im Wohnraum und das ganze Dorf kommt vorbei.
Alle geben der Braut kleine Geldgeschenke fürs Glück und die Frauen sind ständig am weinen. Natürlich gibt es wieder Getränke und Kuchen.
Kurz vor der Trauung kommt der Bräutigam mit seiner Sippe um die Braut zur Kirche zu geleiten.
Vorne geht der Vlamis (entspricht dem Blutsbruder, bester Freund des Bräutigams, durch die Kirche in einer speziellen Zeremonie zur "Bruderschaft" gesegnet), der Koumparos (Trauzeuge) und ein paar Musiker (Órgana) die ortsübliche Folklore spielen.
Alle zusammen gehen zur Kirche, der Bräutigam vorne weg. Er darf die Braut ja die ganze Woche bis auf den Stufen der Kirche nicht sehen, denn das soll Unglück bringen.

Anekdote:
Auf der obersten Stufe der Kirche, wartet er auf seine Braut. Hier wird je nach Region ein kleines "Machtspiel" ausgefochten. Der Bräutigam verharrt auf der obersten Stufe und verlangt das die Braut zu ihm emporsteigt. Die Braut wiederum bleibt auf der untersten Stufe stehen und verlangt vom Bräutigam sie unten abzuholen. Unter Gelächter und Zurufen der jeweiligen Gäste, wird darauf bestanden dass jeder der beiden auf seinem Standpunkt (hier die Stufe) beharrt. Schließlich gibt meist der Bräutigam eine Stufe nach und die Braut geht dann die restlichen Stufen zu ihm rauf. Nachdem sie sich kurz küssen, gehen alle in die Kirche und die orthodoxe Zeremonie beginnt.

Griechische Hochzeit

An der Zeremonie der griechischen Hochzeit selbst hat sich in den Jahren nichts verändert.
Lediglich das drum herum wird der Mode angepasst, wie das werfen von Reis.

In der Mitte der Kirche wird ein Tisch aufgestellt auf dem das Hochzeitszubehör des Priesters steht.
Davor steht das Brautpaar und direkt dahinter der oder die Koumpari (Trauzeugen).
Um das Brautpaar wird ein schöner Stoff (Geschenk der Koumpari an die Braut) gehangen, der die Vereinigung des Paares symbolisiert.
Danach werden die Hochzeitsringe getauscht, die offizielle Kirchliche Verlobung.
Das Paar nimmt den Körper und das Blut Jesu zu sich, in Form gesegneten süßen Rotweins (Mavrodaphne) und Brot.
Zwei weiße Hochzeitskränze (Stéfana) miteinander mit einer Schleife verbunden, werden dreimal abwechselnd auf die Köpfe des Paares gelegt um die heilige Dreifaltigkeit zu symbolisieren.
Klassischer Hochzeitskranz (Stefáni) wie er heute überall in Griechenland genutzt wird. Es gibt eine Vielfalt an Mustern und Designs der "Stéfana"

Dann beginnt der Tanz des Isaía, die entgültige Vereinigung des Paares vor Gott, auf Leben und Tod. Dabei gehen der Priester, das Paar und der Koumparos drei mal um den Tisch. Sitte ist es dem Paar während des Tanzes Reis über zu werfen. Viele Priester verbieten diesen Brauch aber wegen der Rutschgefahr auf dem glatten Marmorboden.

Anekdote:
Während der Zeremonie sagt irgendwann der Priester:
"i gyní na fovíte ton ándra" was bedeutet, die Frau soll den Mann fürchten (gehorchen). Tritt die Frau, während der Priester diese Worte spricht auf den Fuss des Mannes heißt es, hat diese die Oberhand in der Ehe. Natürlich wird das als Spaß verstanden, bringt aber immer wenn es gemacht wird ein Schmunzeln in die Gesichter. Obwohl einem meiner Freunde es auch passierte. Der arme hat zuhause kaum was zu melden! ???

Ist die Trauung vollzogen und die Standesamtlichen Unterschriften geleistet, stellt sich das Paar, der Koumparos und die Eltern des Brautpaares vor den Tisch und alle Gäste kommen vorbei und beglückwünschen sie.
Beim verlassen der Kirche, bekommen alle Gäste eine Boubouniera (vom italienischen Boboniére). Das ist ein Beutelchen aus Tüllnetz in dem weisse Kouféta, Mandeln mit weißem Zuckerguss sind. Das Beutelchen ist mit einer Schleife verbunden und neuerdings ist auch ein Anhängsel dran.
(Boubounieres bekommen auch die Besucher einer griechischen Taufe. Da ist das Tüll Hellblau oder Rosa, je nach Geschlecht des Kindes und an der Schleife wird seit einigen Jahren eine Figur aus Porzellan gehängt)



Wenn das Paar aus der Kirche kommt wird es mit Reis beworfen.

Danach wird das Paar zum Fotografen gefahren um zusätzliche Hochzeitsfotos zu machen.
Neuerdings wird der Fotograf schon zur Kirche bestellt und er macht Bilder und einen Videofilm um sich immer an den schönsten Tag des Zusammenlebens erinnern zu können.
Abends versammeln sich alle Gäste im Festsaal, um die Hochzeit gebührend zu feiern.

Die Hochzeitsfeier in Griechenland

Die Gäste versammeln sich abends zur Feier und werden von Familienoberhaupt persönlich begrüßt. Dabei wechselt wie bei der Brautfeier, ein gefalteter Umschlag mit einem Geldpräsent, den Besitzer. Das geschieht so unauffällig das man es nur daran ahnt, dass die Hand nach jedem Händeschütteln mit dem Mann der Gäste, kurz in der Hosentasche verschwindet.
Es wird vermutet, dass diese Heimlichtuerei von den Zeiten zurückstammt, als Griechenland noch von den Türken beherrscht wurde. Die sollten ja nicht mitkriegen das die Sklaven Geld hatten.

Alles lacht und begrüßt sich. Es werden Gruppen unter Bekannten gebildet, damit man sich während des Abends unterhalten kann. Es gibt keine Platzvorgaben ausser dem Tisch des Brautpaares (Neónymphi, Frischvermählte)
Von der Familie der Braut kommen auch die engsten Verwandten.
Sind viele der Gäste schon da, beginnt die Musikgruppe (Órgana) mit der Musik. Die ersten stehen auf zum Tanz im Kreis. Der jenige der vorne tanzen wird, bestellt bei den Musikern sein Lieblingslied. Dabei wurde es früher eine Zeit lang zur Sitte, den Musikern Geld zuzuwerfen damit diese auch das beste aus sich rausholen.

Irgendwann erscheint dann das Brautpaar und wird mit Applaus begrüßt. Es hat mit dem Koumpáro und den Eltern einen Ehrenplatz, dort wo alle sie sehen können.
Nach kurzer Zeit hört die Musik auf und der Koumpáros mit dem Paar schreiten zur Tanzfläche. Für jeden gibt es spezielle Lieder während er/sie vorne den Tanz anführt. Dabei tanzen sie abwechselnd mit den allen Verwandten, dem Verwandtschaftsgrad nach.

Der Hauptgang wird erst spät serviert, manchmal erst kurz vor Mitternacht. Danach geht es bis in die Morgenstunden heiter weiter. Wenn ein Gast geht, ist es üblich sich noch mal von dem Paar, Koumpáros und Eltern zu verabschieden.


Die Hochzeitsfeier ist für Griechen immer eine Gelegenheit in Kontakt zu kommen.
In den letzten Jahren feiern immer mehr Paare gemeinsam, nicht zuletzt aus Kostengründen (200-300 Gäste sind eher Regel als Ausnahme).
Wurde doch früher im großen Hof oder dem Dorfplatz gefeiert und die Frauen der Familie kochten und backten alles selber, ist es seit einiger Zeit üblich in Lokalen und Festsälen zu feiern. Dabei werden die Säle immer Luxuriöser und die Speisen weichen auch vom traditionellen Lammgericht ab. Natürlich darf in den warmen Monaten auch keine Klimaanlage mehr fehlen.
In armen Zeiten wurden Teller und Besteck von allen Bekannten aus dem Dorf geliehen, alles aufgeschrieben und markiert. Was verloren oder zu Bruch ging musste dann ersetzt werden.



Hier noch paar Erläuterungen zu den Beteiligten:
Koumpáros, der Trauzeuge, nimmt einen besonderen Stellenwert an, gehört nach der Hochzeit praktisch zur Familie. Der Koumpáros wurde früher von allen engen Mitgliedern der Familie auch so angesprochen.
Als erstes wurde der Taufpate des Mannes gefragt ob er diese Stelle einnehmen möchte. War er zu alt, wurden seine Kinder gefragt. Heute wird das ganze von vielen lockerer gesehen, so dass eher gute Freunde Trauzeugen werden.
Der Koumpáros taufte auch das erste Kind des Paares.
Vlámis, der Blutsbruder. Es war in Epirus allgemein verbreitet das Männer mit ihrem besten Freund zum Priester gingen und die Freundschaft auf ewig von der Kirche segnen ließen. Der Vlámis hatte einen Stellenwert direkt nach dem leiblichen Bruder.

Die Hochzeitsnacht

ist heute wie überall diskret und meist einzigartig.
In manchen Gegenden aber früher, warteten die Verwandten vor dem Haus bis der Bräutigam das mit Blut befleckte Bettlaken zeigte, um die Unschuld seiner Frau zu beweisen, denn Sex vor der Ehe war Tabu.
Sollte die Braut doch dagegen verstoßen haben, ließ Sie sich meist einen Trick geheim oder zusammen mit dem Bräutigam einfallen, um etwas "Unschuld" auf das Laken zu zaubern..

Nach der griechischen Hochzeit

Wie schon erwähnt gehörte der "Koumbaros" ab der Hochzeit zur Familie und hatte immer einen besonderen Stellenwert. Noch heute werde ich von alten Leuten deren "Koumbaros" mein vor Jahrzehnten verstorbener Opa war, als Koumbaros angesprochen.

In den ersten Jahren wurde dem Koumbaros vor Ostern immer ein Lamm geschickt, so war die Sitte.
Früher haben viele Politiker, örtliche oder Abgeordnete jede Menge Paare als Koumparos getraut, denn so waren die Stimmen ganzer Sippen sichergestellt.
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Zitat von Tom Hanks zum Film seiner Frau "My Big fat Greek Wedding" :
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